72 % buchen digital – und dein Campingplatz ist nicht dabei?
Die VIR-Studie vom Mai 2026 hat eine Zahl ausgespuckt, die sitzt: 72 % aller Campingurlaube werden mittlerweile rein digital gebucht. 2019 war das Verhältnis noch genau umgekehrt – 70 % analog. Anrufen, Fax, Postkarte. Das ist vorbei.
Was mich daran nicht überrascht: die Zahl selbst. Was mich überrascht: wie viele Campingplatzbetreiber immer noch so tun, als wäre das ein Trend, der schon wieder vorbeigeht. Letzte Woche rief mich ein Betreiber aus der Region Hannover an. Netter Platz, 80 Stellplätze, direkt am See. Seine Website? Ein PDF zum Download mit den Preisen von 2023. Kein Buchungssystem. Kein Stellplatzplan. Kein Google Business Profile.
Und dann wunderte er sich, warum Pincamp und Camping.info mehr Buchungen für seinen Platz generieren als er selbst. Für jede einzelne kassieren die Portale Provision. Das summiert sich.
Die drei Kernfehler auf Campingplatz-Websites
Ich sehe mir jede Woche Websites von Campingplätzen an. Nicht weil ich muss, sondern weil es mein Job ist – Webdesign für genau solche Betriebe. Und mir fallen immer wieder dieselben drei Fehler auf.
Fehler 1: Kein Buchungssystem. Die Leute wollen um 22 Uhr auf dem Sofa buchen. Nicht morgen um 9 anrufen. Wer keine Online-Buchung auf dem Campingplatz anbietet, schickt seine Gäste direkt zu den Portalen. Die haben nämlich einen Buchen-Button. Immer.
Fehler 2: Kein interaktiver Stellplatzplan. Camper wollen sehen, wo sie stehen. Schatten oder Sonne? Am Sanitärgebäude oder am See? Ein statisches Platzbild aus der Vogelperspektive reicht nicht mehr. Wer seinen Gästen die Stellplatzwahl ermöglicht, bekommt bessere Bewertungen und weniger Beschwerden. So simpel.
Fehler 3: Kein Google Business Profile. Und das ist 2026 der gefährlichste Fehler. Dazu gleich mehr.
Google AI Overviews: Unsichtbar ohne strukturierte Daten
Google hat die lokale Suche umgekrempelt. Wer heute „Campingplatz Steinhuder Meer" googelt, bekommt keine zehn blauen Links mehr. Sondern eine KI-generierte Antwort. Mit Preisen, Bewertungen, Verfügbarkeiten. Direkt in den Suchergebnissen.
Woher holt sich Google diese Infos? Aus dem Google Business Profile. Aus strukturierten Daten auf der Website. Aus Bewertungen. Wer das nicht hat, existiert in dieser neuen Suchwelt schlicht nicht. Der Gast sieht deinen Platz nicht – und bucht beim Nachbarn, der seine Hausaufgaben gemacht hat.
Mal ehrlich: Die meisten Websites von Campingplätzen sehen aus wie 2015. Keine strukturierten Daten, keine Schema-Markups, keine aktuelle Preisliste. Google kann damit nichts anfangen. Die KI überspringt dich einfach.
Eine Campingplatz-Website 2026 muss maschinenlesbar sein. Nicht nur hübsch. Beides wäre ideal, aber wenn ich mich entscheiden müsste: Struktur schlägt Design.
Neues Gesetz: Pflicht-Widerrufsbutton ab 2026
Was viele noch nicht auf dem Schirm haben: Der Bundestag hat ein neues Verbraucherschutzgesetz verabschiedet. Ab 2026 braucht jede Online-Buchung einen klar sichtbaren Widerrufsbutton. Direkt im Buchungsprozess. Nicht versteckt in den AGB. Nicht als Link im Footer.
Für Campingplätze mit eigenem Buchungssystem heißt das: anpassen oder abmahngefährdet sein. Und wer über Portale buchen lässt, hat darauf keinen Einfluss – die setzen das um, wie sie es für richtig halten. Mit deiner eigenen Website hast du die Kontrolle.
Das ist übrigens ein Punkt, den ich meinen Kunden immer sage: Eine eigene buchungsfähige Website ist keine Kostenstelle. Sie ist deine Unabhängigkeitserklärung. Campingplatz Direktbuchung statt Portal – das spart nicht nur Provision, sondern gibt dir die Hoheit über deine Gästedaten, dein Marketing und deine Rechtssicherheit.
Webdesign für Campingplätze: Was 2026 wirklich zählt
Ich baue seit Jahren Websites für Betriebe, die von ihrer Online-Sichtbarkeit leben. Campingplätze gehören seit 2024 zu meinen häufigsten Anfragen. Der Grund ist immer derselbe: „Die Portale fressen uns auf."
Was ein gutes Webdesign für einen Campingplatz 2026 leisten muss, ist kein Hexenwerk:
- Ein Buchungssystem, das auf dem Handy genauso funktioniert wie am Laptop
- Ein interaktiver Stellplatzplan mit Echtzeitverfügbarkeit
- Strukturierte Daten für Google (und die neuen AI Overviews)
- Ein rechtssicherer Buchungsprozess inkl. Widerrufsbutton
- Ein vollständiges Google Business Profile, das regelmäßig gepflegt wird
Keiner dieser Punkte ist optional. Jeder einzelne entscheidet darüber, ob du den Gast bekommst – oder ob Pincamp die Provision kassiert.
Wer 2026 keinen eigenen digitalen Buchungsweg hat, betreibt Kundenakquise für Portale. Kostenlos. Beziehungsweise: auf eigene Kosten.
Falls du einen Campingplatz betreibst und merkst, dass zu viele Buchungen über Portale laufen: Schreib mir eine kurze Mail an info@wd365.de. Ich schau mir deine Website an und sag dir in 20 Minuten, wo die Buchungen verloren gehen. Ohne Verkaufsgespräch, ohne Verpflichtung.